Interview mit Iny Lorenz
Mit der Romantriologie "Die Wanderhure" wurde für Iny Lorenz' der Traum wahr, den alle Autoren träumen: Einmal einen Bestseller schreiben! Das Autorenpaar hat es geschafft, sie haben nicht nur einen sondern inzwischen zahlreiche Bestseller geschrieben und so eine Fangemeinde hinter sich versammelt, die quasi nägelkauend vor Ungeduld auf das neue Buch warten.
Unser Treffen findet wegen des schönen Wetters auf der Terrasse des Autorenduos statt. Bei Kaffee und Kuchen stellen sich die beiden meinen Fragen nach ihrem Berufsleben.
Darklady: Iny, Elmar, ich weiß, diese Frage ist euch schon x-mal gestellt worden, aber die LeserInnen auf meinem Blog bitten euch, sie trotzdem zu beantworten. Wie arbeitet man als Autorenduo gemeinsam an einem Roman. Habt ihr genau umgrenzte Arbeitsgebiete, z. B. der eine schreibt die Dialoge, der andere übernimmt die Handlung oder sieht die Zusammenarbeit ganz anders aus?
Iny Lorenz: Ideen entwickeln wir meist gemeinsam und suchen auch den entsprechenden geschichtlichen und lokalen Hintergrund in trauter Zweisamkeit aus. Die Recherchen werden größtenteils von Elmar gemacht, aber von uns beiden immer wieder durchgesprochen. Während dieser Zeit schreiben wir das Exposé und legen es unserer Agentin vor. Diese kennt den Buchmarkt und weiß, ob wir diese Idee gerade zu diesem Zeitpunkt ausführen, oder lieber doch eine andere wählen sollten.
Sobald Elmar bei seinen Recherchen einen gewissen Stand erreicht hat, beginnt er mit dem Rohtext. Dieser entsteht in enger Abstimmung mit Iny. Elmar überarbeitet seinen Text noch einmal auf deren Kritik hin, beseitigt Längen, vertieft einzelne Handelsstränge, und übergibt dann den Roman an Iny. Diese feilt und poliert in etlichen Arbeitsgängen das Manuskript aus, beseitigt logische Fehler und sorgt für eine flüssige und gut lesbare Sprache. Elmar ist in jedem Arbeitsgang als Testleser mit eingebunden und gibt Tipps, was noch verbessert werden könnte.
Danach geht das Manuskript zunächst an unsere Agenturlektorin, die meist noch ein paar kleine Fehler findet, und dann weiter an den Verlag.
Darklady: Die zweite Frage, die auf dem Blog gestellt wurde ist: Wie verkraftet ihr euren Ruhm? Sicher werden ja nun von Verlagsseite Erfolgsgarantien von euch erwartet a la jeder Iny Lorenz muss ein Bestseller werden. Und beobachtet ihr genauso zitternd die Rankings eurer Bücher zum Beispiel bei Amazon oder im Stern?
Iny Lorenz: Der Begriff Ruhm ist relativ. Man weiß in Verlagskreisen wer wir sind, aber wir können immer noch unerkannt ein Buchgeschäft betreten und uns dort umsehen. Auch auf der Straße dreht sich keiner nach uns um. Im Grunde führen wir ein normales Leben wie Millionen anderer Leute in diesem Land.
Da wir versuchen, über unterschiedliche Zeiten und Themen zu schreiben, müssen wir immer damit rechnen, dass mal ein Buch nicht so einschlägt wie die anderen. Daher beobachten wir zwar unsere Rankings, zittern aber gewiss nicht dabei. Wir freuen uns, wenn die Bücher gut stehen, aber wir wissen, das Historische Romane normalerweise Longseller sind und keine Bestseller. Wir schauen einfach zu, wie sich unsere Bücher machen und sind stolz, dass unser erstes, die Kastratin, immer noch im Buchhandel zu finden ist. Dieses Buch war nie auf irgendwelchen Seller-Listen, hat aber mit sechsstelligen Auflagenzahlen manchen Bestseller hinter sich gelassen.
Darklady: Heute denke ich, bekommt ihr keine Absagebriefe mehr. Aber ich denke mal, dass euch diese "Ihr Manus passt leider nicht in unser Programm" Formbriefe auch bekannt sind. Wie seid ihr mit diesen ich nenne es jetzt mal "Misserfolgen" umgegangen?
Iny Lorenz: Wir bekommen durchaus noch Absagen, wenn z.B. ein Roman nicht ins Verlagsprogramm passt oder nicht dem persönlichen Geschmack des Lektors oder der Lektorin entspricht. Es ist für unsere Agentin inzwischen allerdings leichter, einen anderen Verlag zu finden, für den das jeweilige Manuskript geeignet ist.
Absagen haben uns niemals abgeschreckt, denn wir waren immer der festen Überzeugung, dass wir es einmal schaffen würden. Die Frage war nur wann. Auch wenn ein Roman von verschiedenen Verlagen abgelehnt wurde, haben wir nie aufgehört zu schreiben. Den Durchbruch aber haben wir erst geschafft, seit wir von einer Agentur vertreten werden. Ein Agent oder eine Agentin kennen die Verlage und wissen, wo sie sie einen Roman mit der größten Aussicht auf Erfolg anbieten können.
Darklady: Was würdet ihr einem Neu-Autoren raten, der mit Liebe und Leidenschaft schreibt, aber immer wieder nur Absagen erhält?
Iny Lorenz: Das Wichtigste ist, nicht aufzugeben, sondern weiterzuschreiben, auch wenn es Absagen nur so hagelt. Allerdings würden wir jedem Jungautoren raten, sich an eine seriöse Literaturagentur zu wenden. Ein Agent oder eine Agentin können am ehesten erkennen, ob ein Autor das nötige Potential besitzt. Allerdings sollte man sich auch hier nicht auf ein Urteil verlassen. Das einen Uhl kann durchaus des anderen Nachtigall sein. Uns ist es jedenfalls so ergangen.
Darklady: Die meisten Leute haben ja eine sehr romantische Vorstellung vom Autorenberuf. Etwa derart, dass Erfolgsautoren alle Villen in Südfrankreich, Spanien, auf Malle usw. besitzen, sich dort in der Sonne aalen, Cocktails schlürfen, auf ihren Millionenschweren Honorarscheck warten und nur schreiben, wenn sie Geld brauchen. Wärt ihr bereit, den LeserInnen einen kleinen Einblick in euer Autorenleben zu geben?
Iny Lorenz: Es mag Autoren geben, die es sich in der Provence, in Spanien oder anderen schönen Weltgegenden gut gehen lassen. Allerdings leben diese dort entweder aus anderen Gründen oder hatten über einen sehr langen Zeitraum ungewöhnlich große Erfolge einschließlich Verfilmungen aufzuweisen. Davon sind wir weit entfernt. Zumindest hat uns noch niemand einen millionenschweren Honorarscheck angeboten.
Wir sind froh, wenigstens im Augenblick sorgenfrei leben und uns ganz dem Schreiben widmen zu können. Das Zauberwort dafür heißt allerdings Disziplin. Wir sitzen jeden Tag mindestens sechs bis zehn Stunden am Computer, um zu schreiben, zu überarbeiten, zu recherchieren und unsere Korrespondenz per Email zu erledigen. An den Wochenenden wird ebenfalls gearbeitet, um Fehlzeiten, die durch Veranstaltungen oder auch Fahrten zur Agentur verloren gehen, wieder einzuholen.
Darlady: Ich danke euch im Namen aller Blogleser für das Interview.
Unser Treffen findet wegen des schönen Wetters auf der Terrasse des Autorenduos statt. Bei Kaffee und Kuchen stellen sich die beiden meinen Fragen nach ihrem Berufsleben.
Darklady: Iny, Elmar, ich weiß, diese Frage ist euch schon x-mal gestellt worden, aber die LeserInnen auf meinem Blog bitten euch, sie trotzdem zu beantworten. Wie arbeitet man als Autorenduo gemeinsam an einem Roman. Habt ihr genau umgrenzte Arbeitsgebiete, z. B. der eine schreibt die Dialoge, der andere übernimmt die Handlung oder sieht die Zusammenarbeit ganz anders aus?
Iny Lorenz: Ideen entwickeln wir meist gemeinsam und suchen auch den entsprechenden geschichtlichen und lokalen Hintergrund in trauter Zweisamkeit aus. Die Recherchen werden größtenteils von Elmar gemacht, aber von uns beiden immer wieder durchgesprochen. Während dieser Zeit schreiben wir das Exposé und legen es unserer Agentin vor. Diese kennt den Buchmarkt und weiß, ob wir diese Idee gerade zu diesem Zeitpunkt ausführen, oder lieber doch eine andere wählen sollten.
Sobald Elmar bei seinen Recherchen einen gewissen Stand erreicht hat, beginnt er mit dem Rohtext. Dieser entsteht in enger Abstimmung mit Iny. Elmar überarbeitet seinen Text noch einmal auf deren Kritik hin, beseitigt Längen, vertieft einzelne Handelsstränge, und übergibt dann den Roman an Iny. Diese feilt und poliert in etlichen Arbeitsgängen das Manuskript aus, beseitigt logische Fehler und sorgt für eine flüssige und gut lesbare Sprache. Elmar ist in jedem Arbeitsgang als Testleser mit eingebunden und gibt Tipps, was noch verbessert werden könnte.
Danach geht das Manuskript zunächst an unsere Agenturlektorin, die meist noch ein paar kleine Fehler findet, und dann weiter an den Verlag.
Darklady: Die zweite Frage, die auf dem Blog gestellt wurde ist: Wie verkraftet ihr euren Ruhm? Sicher werden ja nun von Verlagsseite Erfolgsgarantien von euch erwartet a la jeder Iny Lorenz muss ein Bestseller werden. Und beobachtet ihr genauso zitternd die Rankings eurer Bücher zum Beispiel bei Amazon oder im Stern?
Iny Lorenz: Der Begriff Ruhm ist relativ. Man weiß in Verlagskreisen wer wir sind, aber wir können immer noch unerkannt ein Buchgeschäft betreten und uns dort umsehen. Auch auf der Straße dreht sich keiner nach uns um. Im Grunde führen wir ein normales Leben wie Millionen anderer Leute in diesem Land.
Da wir versuchen, über unterschiedliche Zeiten und Themen zu schreiben, müssen wir immer damit rechnen, dass mal ein Buch nicht so einschlägt wie die anderen. Daher beobachten wir zwar unsere Rankings, zittern aber gewiss nicht dabei. Wir freuen uns, wenn die Bücher gut stehen, aber wir wissen, das Historische Romane normalerweise Longseller sind und keine Bestseller. Wir schauen einfach zu, wie sich unsere Bücher machen und sind stolz, dass unser erstes, die Kastratin, immer noch im Buchhandel zu finden ist. Dieses Buch war nie auf irgendwelchen Seller-Listen, hat aber mit sechsstelligen Auflagenzahlen manchen Bestseller hinter sich gelassen.
Darklady: Heute denke ich, bekommt ihr keine Absagebriefe mehr. Aber ich denke mal, dass euch diese "Ihr Manus passt leider nicht in unser Programm" Formbriefe auch bekannt sind. Wie seid ihr mit diesen ich nenne es jetzt mal "Misserfolgen" umgegangen?
Iny Lorenz: Wir bekommen durchaus noch Absagen, wenn z.B. ein Roman nicht ins Verlagsprogramm passt oder nicht dem persönlichen Geschmack des Lektors oder der Lektorin entspricht. Es ist für unsere Agentin inzwischen allerdings leichter, einen anderen Verlag zu finden, für den das jeweilige Manuskript geeignet ist.
Absagen haben uns niemals abgeschreckt, denn wir waren immer der festen Überzeugung, dass wir es einmal schaffen würden. Die Frage war nur wann. Auch wenn ein Roman von verschiedenen Verlagen abgelehnt wurde, haben wir nie aufgehört zu schreiben. Den Durchbruch aber haben wir erst geschafft, seit wir von einer Agentur vertreten werden. Ein Agent oder eine Agentin kennen die Verlage und wissen, wo sie sie einen Roman mit der größten Aussicht auf Erfolg anbieten können.
Darklady: Was würdet ihr einem Neu-Autoren raten, der mit Liebe und Leidenschaft schreibt, aber immer wieder nur Absagen erhält?
Iny Lorenz: Das Wichtigste ist, nicht aufzugeben, sondern weiterzuschreiben, auch wenn es Absagen nur so hagelt. Allerdings würden wir jedem Jungautoren raten, sich an eine seriöse Literaturagentur zu wenden. Ein Agent oder eine Agentin können am ehesten erkennen, ob ein Autor das nötige Potential besitzt. Allerdings sollte man sich auch hier nicht auf ein Urteil verlassen. Das einen Uhl kann durchaus des anderen Nachtigall sein. Uns ist es jedenfalls so ergangen.
Darklady: Die meisten Leute haben ja eine sehr romantische Vorstellung vom Autorenberuf. Etwa derart, dass Erfolgsautoren alle Villen in Südfrankreich, Spanien, auf Malle usw. besitzen, sich dort in der Sonne aalen, Cocktails schlürfen, auf ihren Millionenschweren Honorarscheck warten und nur schreiben, wenn sie Geld brauchen. Wärt ihr bereit, den LeserInnen einen kleinen Einblick in euer Autorenleben zu geben?
Iny Lorenz: Es mag Autoren geben, die es sich in der Provence, in Spanien oder anderen schönen Weltgegenden gut gehen lassen. Allerdings leben diese dort entweder aus anderen Gründen oder hatten über einen sehr langen Zeitraum ungewöhnlich große Erfolge einschließlich Verfilmungen aufzuweisen. Davon sind wir weit entfernt. Zumindest hat uns noch niemand einen millionenschweren Honorarscheck angeboten.
Wir sind froh, wenigstens im Augenblick sorgenfrei leben und uns ganz dem Schreiben widmen zu können. Das Zauberwort dafür heißt allerdings Disziplin. Wir sitzen jeden Tag mindestens sechs bis zehn Stunden am Computer, um zu schreiben, zu überarbeiten, zu recherchieren und unsere Korrespondenz per Email zu erledigen. An den Wochenenden wird ebenfalls gearbeitet, um Fehlzeiten, die durch Veranstaltungen oder auch Fahrten zur Agentur verloren gehen, wieder einzuholen.
Darlady: Ich danke euch im Namen aller Blogleser für das Interview.
Darklady - 10. Mai, 10:00















