Interview mit A.K. Schwarz vom Lübbe-Verlag
Am Wochenende hatte ich das Glück Ann-Kathrin Schwarz zu treffen, die als Lektrorin für den Lübbe-Verlag tätig ist. Im Schatten des altehrwürdigen Doms und bei Kaffee und Erdbeertorte haben wir uns entspannt unterhalten und sie war so nett, meine Fragen zum Thema "Lektorat und Autoren" zu beantworten.
Darklady: Diese Frage hören Sie wahrscheinlich andauernd, sie wird auch von den Darklady-Lesern/innen immer wieder gestellt. Deshalb bitte ich Sie, im Interesse dieser LeserInnen, die Frage noch einmal beantworten: Werden in Ihrer Redaktion auch handgeschriebene Manuskripte angenommen?
Ann-Kathrin Schwarz: Leider können wir nur am Computer oder an der Schreibmaschine verfasste Manuskripte prüfen. Anders geht es leider nicht: Viele Handschriften sind schwer zu lesen, außerdem macht selbst eine gute Handschrift immer noch mehr Mühe beim Lesen als ein ausgedruckter Text. Außerdem können viele Verlagen die Manuskripte nicht zurückschicken, und das ist dann sehr schade für die mühevoll handverfassten Texte. Keine Originale einsenden - das gilt im Übrigen für jede Bewerbung, also auch für die als Autor.
Darklady: Frau Schwarz, die wenigsten Leser und Autoren wissen, wie die Arbeit eines Lektors überhaupt aussieht. Wären Sie bereit, uns hier ein wenig darüber zu erzählen?
Ann-Kathrin Schwarz: Viele stellen sich das Büro eines Lektors mit einem gemütlichen Sessel und einer Leselampe vor. Ich bin auch schon von Bekannten gefragt worden, ob ich nur Rechtschreibfehler ausmerze. Ein Lektor ist heute jedoch eher so etwas wie ein Produktmanager. Wir entwickeln Ideen für Buchprojekte, prüfen Manuskripte, die über Literaturagenturen oder direkt von Autoren zu uns kommen, verhandeln in Abstimmung mit der Programmleitung über die Vertragskonditionen, denken uns Titel aus, schreiben die Werbetexte für die Buchhandelsvorschau und den Klappentext für das jeweilige Buch. Wir halten auf Messen Kontakt zu den Vertragspartnern und stellen die Bücher, die wir betreuen, auf Konferenzen vor. Wir beauftragen Textredakteure, Übersetzer und Korrektoren, bereiten das Manuskript für die Herstellung vor und, und, und. Manchmal kommt man deswegen auch nicht so schnell dazu, ein Manuskript zu prüfen, wie wir es gerne möchten.
Darklady: Wie viel Manuskripte gehen pro Monat durchschnittlich bei Ihnen ein und nach welchen Kriterien werden sie bearbeitet?
Ann-Kathrin Schwarz: Das Lektorat bekommt pro Woche um die zwanzig bis dreißig unverlangt eingesandte Manuskripte (so heißen bei uns Manuskripte, die nicht über eine Agentur kommen). Darüber hinaus bekommen wir Manuskripte über Agenturen. Um zu beurteilen, wie sich die Geschichte entwickelt und ob der Stil des Manuskriptes zu unserem Verlag passt, ist ein ausführliches Exposé hilfreich (zwei bis drei Seiten genügen), außerdem eine Textprobe von etwa zwanzig Seiten. Darüber hinaus würde ich nur sagen, dass mich ein Text von der ersten Seite an fesseln muss, damit er eine Chance hat. Originelle Ideen und eine rasante Schreibe schaden nicht.
Darklady: Hat man als unbekannter Autor überhaupt eine Chance mit seinem MS in einem so großen Verlag wie Lübbe unterzukommen?
Ann-Kathrin Schwarz: Seit ich als Lektorin bei Lübbe arbeite, habe ich schon einige Male erlebt, dass ein unverlangt eingesandtes Manuskript „entdeckt“ wurde. Sehr wichtig ist es, sein Manuskript an einen Verlag zu schicken, in dessen Programm es (vom Stil, aber auch von der Geschichte her) passen würde. Als Beispiel: Lübbe macht zwar Sachbücher, veröffentlicht aber keine wissenschaftlichen Texte. Wir publizieren auch keine Lyrik, bekommen aber hin und wieder Gedichte zugeschickt. Diese sind für unser Programm von vornherein nicht geeignet. So hart es klingt: Dies ist Verschwendung Ihrer Zeit und Ihres Portos. Informieren Sie sich daher am besten vorher im Internet über den Verlag, an den Sie Ihr Manuskript schicken möchten, bevor Sie es zur Post bringen.
Darklady: Nehmen wir an, ein MS entspricht den Vorgaben und passt ins Verlagsprogramm, wie geht es dann weiter und wer entscheidet über den Ankauf?
Ann-Kathrin Schwarz: Der Lektor stellt es intern vor, wenn es ihm geeignet erscheint. Oft lesen es dann noch andere Kollegen. Wenn es diesen auch gefällt, dann wird ein Angebot gemacht. Die Entscheidung dafür liegt bei den Programmverantwortlichen.
Darklady: Man hört allenthalben, dass Verlage bevorzugt Manuskripte von Literaturagenten annehmen, stimmt das? Und wenn ja, weshalb ist das so?
Ann-Kathrin Schwarz: Es ist einfach so, dass Literaturagenturen gezielt arbeiten und dadurch im Idealfall die Arbeit des Lektorats erleichtern. Viele arbeiten mit den Autoren an den Exposés und Manuskripten und geben Tipps für eine Optimierung des Textes. Die Literaturagenten wissen meist, welchen Verlag und sogar wen sie dort ansprechen müssen, um Interesse für ein bestimmtes Manuskript zu wecken.
Darklady: Was würden Sie allen Neu/Jungautoren raten, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr MS einem Verlag anzubieten?
Ann-Kathrin Schwarz: Sie sollten sich darüber klar werden, in welchen Verlag ihr Manuskript passen würde. Eine Hilfe ist es, das Manuskript vorher jemanden lesen zu lassen, der es beurteilt und Hinweise gibt, und es dann noch einmal zu überarbeiten. Nur Mut, auch wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt. Niemand kommt als perfekter Schriftsteller auf die Welt.
Darklady: Diese Frage hören Sie wahrscheinlich andauernd, sie wird auch von den Darklady-Lesern/innen immer wieder gestellt. Deshalb bitte ich Sie, im Interesse dieser LeserInnen, die Frage noch einmal beantworten: Werden in Ihrer Redaktion auch handgeschriebene Manuskripte angenommen?
Ann-Kathrin Schwarz: Leider können wir nur am Computer oder an der Schreibmaschine verfasste Manuskripte prüfen. Anders geht es leider nicht: Viele Handschriften sind schwer zu lesen, außerdem macht selbst eine gute Handschrift immer noch mehr Mühe beim Lesen als ein ausgedruckter Text. Außerdem können viele Verlagen die Manuskripte nicht zurückschicken, und das ist dann sehr schade für die mühevoll handverfassten Texte. Keine Originale einsenden - das gilt im Übrigen für jede Bewerbung, also auch für die als Autor.
Darklady: Frau Schwarz, die wenigsten Leser und Autoren wissen, wie die Arbeit eines Lektors überhaupt aussieht. Wären Sie bereit, uns hier ein wenig darüber zu erzählen?
Ann-Kathrin Schwarz: Viele stellen sich das Büro eines Lektors mit einem gemütlichen Sessel und einer Leselampe vor. Ich bin auch schon von Bekannten gefragt worden, ob ich nur Rechtschreibfehler ausmerze. Ein Lektor ist heute jedoch eher so etwas wie ein Produktmanager. Wir entwickeln Ideen für Buchprojekte, prüfen Manuskripte, die über Literaturagenturen oder direkt von Autoren zu uns kommen, verhandeln in Abstimmung mit der Programmleitung über die Vertragskonditionen, denken uns Titel aus, schreiben die Werbetexte für die Buchhandelsvorschau und den Klappentext für das jeweilige Buch. Wir halten auf Messen Kontakt zu den Vertragspartnern und stellen die Bücher, die wir betreuen, auf Konferenzen vor. Wir beauftragen Textredakteure, Übersetzer und Korrektoren, bereiten das Manuskript für die Herstellung vor und, und, und. Manchmal kommt man deswegen auch nicht so schnell dazu, ein Manuskript zu prüfen, wie wir es gerne möchten.
Darklady: Wie viel Manuskripte gehen pro Monat durchschnittlich bei Ihnen ein und nach welchen Kriterien werden sie bearbeitet?
Ann-Kathrin Schwarz: Das Lektorat bekommt pro Woche um die zwanzig bis dreißig unverlangt eingesandte Manuskripte (so heißen bei uns Manuskripte, die nicht über eine Agentur kommen). Darüber hinaus bekommen wir Manuskripte über Agenturen. Um zu beurteilen, wie sich die Geschichte entwickelt und ob der Stil des Manuskriptes zu unserem Verlag passt, ist ein ausführliches Exposé hilfreich (zwei bis drei Seiten genügen), außerdem eine Textprobe von etwa zwanzig Seiten. Darüber hinaus würde ich nur sagen, dass mich ein Text von der ersten Seite an fesseln muss, damit er eine Chance hat. Originelle Ideen und eine rasante Schreibe schaden nicht.
Darklady: Hat man als unbekannter Autor überhaupt eine Chance mit seinem MS in einem so großen Verlag wie Lübbe unterzukommen?
Ann-Kathrin Schwarz: Seit ich als Lektorin bei Lübbe arbeite, habe ich schon einige Male erlebt, dass ein unverlangt eingesandtes Manuskript „entdeckt“ wurde. Sehr wichtig ist es, sein Manuskript an einen Verlag zu schicken, in dessen Programm es (vom Stil, aber auch von der Geschichte her) passen würde. Als Beispiel: Lübbe macht zwar Sachbücher, veröffentlicht aber keine wissenschaftlichen Texte. Wir publizieren auch keine Lyrik, bekommen aber hin und wieder Gedichte zugeschickt. Diese sind für unser Programm von vornherein nicht geeignet. So hart es klingt: Dies ist Verschwendung Ihrer Zeit und Ihres Portos. Informieren Sie sich daher am besten vorher im Internet über den Verlag, an den Sie Ihr Manuskript schicken möchten, bevor Sie es zur Post bringen.
Darklady: Nehmen wir an, ein MS entspricht den Vorgaben und passt ins Verlagsprogramm, wie geht es dann weiter und wer entscheidet über den Ankauf?
Ann-Kathrin Schwarz: Der Lektor stellt es intern vor, wenn es ihm geeignet erscheint. Oft lesen es dann noch andere Kollegen. Wenn es diesen auch gefällt, dann wird ein Angebot gemacht. Die Entscheidung dafür liegt bei den Programmverantwortlichen.
Darklady: Man hört allenthalben, dass Verlage bevorzugt Manuskripte von Literaturagenten annehmen, stimmt das? Und wenn ja, weshalb ist das so?
Ann-Kathrin Schwarz: Es ist einfach so, dass Literaturagenturen gezielt arbeiten und dadurch im Idealfall die Arbeit des Lektorats erleichtern. Viele arbeiten mit den Autoren an den Exposés und Manuskripten und geben Tipps für eine Optimierung des Textes. Die Literaturagenten wissen meist, welchen Verlag und sogar wen sie dort ansprechen müssen, um Interesse für ein bestimmtes Manuskript zu wecken.
Darklady: Was würden Sie allen Neu/Jungautoren raten, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr MS einem Verlag anzubieten?
Ann-Kathrin Schwarz: Sie sollten sich darüber klar werden, in welchen Verlag ihr Manuskript passen würde. Eine Hilfe ist es, das Manuskript vorher jemanden lesen zu lassen, der es beurteilt und Hinweise gibt, und es dann noch einmal zu überarbeiten. Nur Mut, auch wenn es nicht gleich beim ersten Mal klappt. Niemand kommt als perfekter Schriftsteller auf die Welt.
Darklady - 7. Jul, 09:32

























Super!!!!
Ganz herzliche Grüße
Monika