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Interview mit Patricia Amber

Ihre Romane sind wunderbar romantisch, spannend und hocherotisch. Nach der Lektüre von "Der Graf und die Diebin" und "Kosakensklavin" erwartete ich eine forsche Lederjackenlady zu treffen, doch stattdessen sitzt mir nun eine zarte, sehr hübsche Frau gegenüber, die aussieht, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Bei Capuccino und selbstgedrehten Zigaretten erzählt sie ganz unbefangen aus ihrem Leben, das sich eigentlich fast ausschließlich ums Schreiben dreht.

Darklady: Patricia, deine beiden Romane "Der Graf und die Diebin" und "Kosakensklavin" stehen seit Wochen überall auf den ersten Plätzen der bekannten Bestsellerrankings. Beide Romane spielen in längst vergangenen Zeiten: "Der Graf und die Diebin" in Frankreich unter der Regentschaft Ludwig des Vierzehnten, die "Kosakensklavin" in Russland zur Zeit Katharina der Großen. Dabei faszinierst du deine LeserInnen nicht nur mit phantasievollen erotischen Szenen sondern auch mit einem enormen Hintergrundwissen. Wie lange hast du für die Recherche an den beiden Romanen gebraucht?

Patricia Amber: Ein paar Wochen schon. Bei diesen beiden Romanen kam mir zu Hilfe, dass ich durch mein Studium (Russisch und Französisch fürs Lehramt) schon einen guten Wissenshintergrund hatte. Außerdem hatte ich mich vor Jahren einmal mit den Briefen der Lieselotte von der Pfalz beschäftigt, die ja eine Fülle von intimen Details über das Leben am Hof des Sonnenkönigs preisgibt. Und Katharina die Große ist eine faszinierende Persönlichkeit, über die ich auch schon früher mehrere Biographien gelesen hatte. Trotzdem erfordert die Arbeit an einem Roman immer noch eine Menge an Datailrecherchen - manchmal sucht man verzweifelt in allen möglichen Quellen nach einer einzigen Information, die für den Gang der Handlung sehr wichtig ist.

Darklady: Weshalb gibst du deinen Romanfiguren so gerne historische Rahmen? Wäre es nicht einfacher, Romane in der Ist-Zeit zu schreiben?

Patricia Amber: Eigentlich nicht. Jeder Roman braucht einen Hintergrund und daher benötigt auch ein zeitgenössischer Roman Recherchen. Sei es über ein betimmtes Fachgebiet ( dein Held ist Arzt, Biologe, Sozialarbeiter etc) oder über die Landschaft, in der die Geschichte spielt. Nun - ich gebe gern zu: ich bin ein Geschichtsfan. Ich war eines dieser seltenen Kinder, die man in jedes Museum schleppen konnte und die dort stundenlang vor Glasvitrinen stehen konnten, ich habe freiwillig alte Kirchen angeschaut (damals dachte ich, in jeder Ecke könnte ein Geheimnis verborgen sein, oder wenigstens ein Gespenst) und ich habe als 16jährige eine heiße Steinzeitphase gehabt, habe Bücher durchgearbeitet, Karteien angelegt und in den Äckern nach Faustkeilen Ausschau gehalten. Später - viel später - habe ich die Geschichte der Idsteiner Hexenverfolgung aufgearbeitet und im Hessischen Staatsarchiv über den Original-Akten der Verhöre gebrütet. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich imstande war, auch nur die Schrift zu entziffern. Was mich an der Geschichte fasziniert? Ich glaube es sind die Menschen, was sie geglaubt haben, wie sie gefühlt und gedacht haben und was sie von ihrem Leben erhofften. Vielleicht hätte ich Geschichte studieren sollen - aber nein. Ich bin keine kühle Wissenschaftlerin, mir kommt halt immer meine Phantasie quer und dann fangen die Personen der Vergangenheit plötzlich an zu leben.

Darklady: Wann hast du deine kreativste Phase, also kannst am besten schreiben?

Patricia Amber: Am späten Nachmittag und am Abend bis in die Nacht hinein. Am Vormittag bin ich zu realistisch, kritisch, praktisch. Dann erledige ich die Haus- und Büroarbeit, gehe mit dem Hund, telefoniere oder mache Besuche.

Darklady: Woher nimmst du deine Ideen und wie lange arbeitest du gewöhnlich an einem Roman?

Patricia Amber: Ideen sind Flugwesen, die um uns herumschwirren. Mit der Zeit lernt man, sie zu packen, zurechtzubiegen und zu Papier zu bringen. Die Arbeit an einem Roman beginnt mit der Ausarbeitung des Exposés - das heißt, die Idee ist schon gefangen, hockt im Käfig, und wurde zu einer Geschichte zurechtgezupft. Wenn ich daran gehe, den Roman zu schreiben, brauche ich dafür in der Regel sechs bis acht Wochen. Das bedeutet allerdings jeden Tag schreiben, egal ob Wochenende oder Feiertag.

Darklady: Wann dürfen wir einen neuen Patricia Amber Roman erwarten? Und magst du uns vielleicht schon ein wenig über den Inhalt verraten?

Patricia Amber: Patrica Amber hat vor, sich im London des 19. Jahrhundert herumzutreiben, es wird viel Nebel und unheimliche Schatten in den Straßen geben, kann sein, dass sich auch Jack the Ripper dort verbirgt. Auf jeden Fall wird die Erotik dabei nicht zu kurz kommen. Aber mehr kann ich nun wirklich nicht verraten.

Darklady: Was wünscht du dir beruflich, welche Pläne oder Ziele hast du noch, die du unbedingt verwirklichen willst?

Patricia Amber: Ich wünsche mir, dass ich noch viele Jahre Bücher schreiben und veröffentlichen kann. Es ist eine wundervolle Arbeit, sie bringt zwar nicht viel Geld ein, dafür böse Schmerzen im Nackenbereich, ständige Unsicherheit und Anspannung und das Gefühl, hinter dem Computer zweitweise zu vereinsamen. Dafür darf ich aber in fremde Welten abtauchen, die ich selbst erschaffe und steuern kann. In diese Traumwelten möchte ich meine Leser entführen und ich wünsche mir sehr, dass sie sich dort genau so wohlfühlen wie ich.

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Lurchi (anonym) - 15. Jul, 19:09
Stimmt, da tippe ich...
Stimmt, da tippe ich mir auch immer an die Stirn. Schön...
SallyW (anonym) - 15. Jul, 18:00

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Seit 17.07.08: Heißer Sommer in Louisiana Gier (Erotikroman) und Oma fürs Grobe (Roman) b. a. w. verschoben

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