Leseprobe
Lieber Gott, lass mich endlich sterben, flehte er, während neue Krämpfe sein Innenleben zu verknoten schienen. Oh, falls er diesen Giftanschlag wider Erwarten überleben würde, würde er nicht eher ruhen, bis er Amber Harry zu fassen bekommen hatte. Und dann würde er ihr die hübschen langen Haa-re eins nach dem anderen, ausreißen und sie anschließend ganz langsam erwürgen.
Wenn sie ihn schon unbedingt hatte umbringen wollen, wieso dann nicht mit irgendeinem schnellwirkenden Zeug? Aber nein, dieses verdammte Luder wollte ihn leiden lassen!
Dass sie sich aus dem Staub gemacht hatte, war Scott sofort klar gewesen, als er mitten in der Nacht von heftigen Krämpfen geschüttelt aufgewacht war und nach ihr gerufen hatte. Seine gesamte Motorik war gestört gewesen, er hatte nicht laufen, nicht sitzen, sich nicht mal am Kopf kratzen können. Hilflos den zerstörerischen Wirkungen des Gifts aus-geliefert hatte er auf dem Bett gelegen, zuletzt davon über-zeugt, dass er den Morgen nicht mehr erleben würde. Aber er hatte ihn erlebt. Zwar nur durch einen Schleier aus Schmerzen und grenzenloser Übelkeit, aber er hatte die Sonne gesehen, die durchs Fenster fiel und sich sehnlichst gewünscht, sterben zu dürfen.
Die folgenden Tage verbrachte Scott in einem Zustand, der zwischen Bewusstlosigkeit und halbwachen Zuständen schwankte, in denen er meistens vor der Kloschüssel hockte. Inzwischen war sein Körper so geschwächt, dass er manchmal kaum den kleinen Finger heben konnte.
Vielleicht hätte er den Sheriff doch um Hilfe bitten sollen? Wieso sträubte sich immer noch alles in ihm dagegen, Amber ans Messer zu liefern? Sie war eine gemeine Lügnerin und Diebin und wenn er diesen Anschlag nicht überleben soll-te auch noch eine Mörderin. Er hatte absolut keinen Grund, sie zu schonen. Trotzdem wehrte sich alles in ihm gegen den Gedanken, die Cops auf Ambers Spur zu hetzen. Dumme Ausreden für ihr Tun fielen ihm ein, wie die, dass sie ihn bestimmt gar nicht hatte vergiften wollen. Sie hatte sich nur bei der Dosis vertan und ihm etwas zuviel von dem Schlafmittel gegeben. Oder – noch verrückter – dass Amber keine andere Möglichkeit mehr gesehen hatte, ihm zu entkommen und ihn deswegen auf totalschachmatt gesetzt hatte. Ja, er war im Grunde selber schuld an seinem Unglück! Hätte er sie nicht entführt und gegen ihren Willen hier festgehalten, dann wäre sie nie auf die Idee gekommen, ihn auszuknocken.
Dies und noch vieles andere sagte sich Scott in den wenigen klaren Momenten, in denen er sich weder übergeben noch vor Schmerzen krümmen musste. In seinen unruhigen Träumen sah er Amber vor sich, glaubte, ihre Stimme zu hören, die leise seinen Namen rief, ihre Hand zu spüren, die sich auf seine Stirn legte. Zum Teil waren es ganz verrückte Szenen, in denen er mit ihr auf der Wiese vorm Haus tanzte oder über die Spitzdächer der Middlebridge-Siedlung balancierte. Dabei fühlte er sich herrlich frei und taumelig vor Glück. Um so größer war die Enttäuschung, wenn er aus diesem seligen Zustand erwachte und in die grausame Realität der Schmerzen zurückkehrte.
Aus "Verlangen", Verlag Plaisir d'Amour
Wenn sie ihn schon unbedingt hatte umbringen wollen, wieso dann nicht mit irgendeinem schnellwirkenden Zeug? Aber nein, dieses verdammte Luder wollte ihn leiden lassen!
Dass sie sich aus dem Staub gemacht hatte, war Scott sofort klar gewesen, als er mitten in der Nacht von heftigen Krämpfen geschüttelt aufgewacht war und nach ihr gerufen hatte. Seine gesamte Motorik war gestört gewesen, er hatte nicht laufen, nicht sitzen, sich nicht mal am Kopf kratzen können. Hilflos den zerstörerischen Wirkungen des Gifts aus-geliefert hatte er auf dem Bett gelegen, zuletzt davon über-zeugt, dass er den Morgen nicht mehr erleben würde. Aber er hatte ihn erlebt. Zwar nur durch einen Schleier aus Schmerzen und grenzenloser Übelkeit, aber er hatte die Sonne gesehen, die durchs Fenster fiel und sich sehnlichst gewünscht, sterben zu dürfen.
Die folgenden Tage verbrachte Scott in einem Zustand, der zwischen Bewusstlosigkeit und halbwachen Zuständen schwankte, in denen er meistens vor der Kloschüssel hockte. Inzwischen war sein Körper so geschwächt, dass er manchmal kaum den kleinen Finger heben konnte.
Vielleicht hätte er den Sheriff doch um Hilfe bitten sollen? Wieso sträubte sich immer noch alles in ihm dagegen, Amber ans Messer zu liefern? Sie war eine gemeine Lügnerin und Diebin und wenn er diesen Anschlag nicht überleben soll-te auch noch eine Mörderin. Er hatte absolut keinen Grund, sie zu schonen. Trotzdem wehrte sich alles in ihm gegen den Gedanken, die Cops auf Ambers Spur zu hetzen. Dumme Ausreden für ihr Tun fielen ihm ein, wie die, dass sie ihn bestimmt gar nicht hatte vergiften wollen. Sie hatte sich nur bei der Dosis vertan und ihm etwas zuviel von dem Schlafmittel gegeben. Oder – noch verrückter – dass Amber keine andere Möglichkeit mehr gesehen hatte, ihm zu entkommen und ihn deswegen auf totalschachmatt gesetzt hatte. Ja, er war im Grunde selber schuld an seinem Unglück! Hätte er sie nicht entführt und gegen ihren Willen hier festgehalten, dann wäre sie nie auf die Idee gekommen, ihn auszuknocken.
Dies und noch vieles andere sagte sich Scott in den wenigen klaren Momenten, in denen er sich weder übergeben noch vor Schmerzen krümmen musste. In seinen unruhigen Träumen sah er Amber vor sich, glaubte, ihre Stimme zu hören, die leise seinen Namen rief, ihre Hand zu spüren, die sich auf seine Stirn legte. Zum Teil waren es ganz verrückte Szenen, in denen er mit ihr auf der Wiese vorm Haus tanzte oder über die Spitzdächer der Middlebridge-Siedlung balancierte. Dabei fühlte er sich herrlich frei und taumelig vor Glück. Um so größer war die Enttäuschung, wenn er aus diesem seligen Zustand erwachte und in die grausame Realität der Schmerzen zurückkehrte.
Aus "Verlangen", Verlag Plaisir d'Amour
Darklady - 8. Mrz, 17:00
























killing me softly
Mädels, nehmt euch ein Beispiel!!!