Maxi und Gordon im Circus des Grauens
Noch einmal zur Erinnerung ...
Wir suchen jetzt also ein großes schwarzes Auto mit Hundeköpfen drauf. Möchte wetten, das sind irgendwelche Retriever. Wo man hinsieht -- nur noch Retriever. Früher, sagt Mama, waren die wenigstens noch golden. Aber jetzt sehen sie aus, wie eine Rolle Schokoladendrops. Dabei ist Schokolade für Hunde giftig.
Wie komme ich jetzt darauf? Egal. Ich habe jedenfalls keine Angst. Und außerdem kenne ich eine Menge Jäger, wenn ich will, dann brennen die dem Schafsretriever eine Ladung Schrot auf den A...
Später
Circus. Ich mag keine Clowns, vor Affen habe ich Angst und Löwen sind mir eine Nummer zu groß. Katzentechnisch gesehen, wenn ihr versteht, was ich meine. Und die Gerüche -- einfach grauenhaft.
Aber Maxi meint, wir müssten dem Hinweis nachgehen, dender Schafschef das Schafsoberhaupt Gaylord uns gegeben hat.
Nun ist das aber gar nicht so einfach. Ein paar Minuten zum Schafsgatter laufen, das geht schon mal, ohne dass unsere Menschen etwas mitbekommen. Doch zum Circus-Platz oben am Wald läuft man bestimmt einen halben Spaziergang. Das ist dann ein ganzer Spaziergang hin und zurück. Natürlich sind wir schneller, als mit Mensch an der Leine, aber weit bleibt weit.
Und darum hat es auch eine Weile gedauert, bis sich die Gelegenheit zum Ausflug geboten hat. Dort angekommen, brauchte ich erst einmal Wasser. Maxi hat schließlich einen Eimer entdeckt und sofort daraus gesoffen. Als ich meinen Kopf anschließend hineingesteckte, wurde mir ganz schlecht. Es roch so sehr nach Esel, dass ich keinen Schluck herunterbekam.
Ich trinke nie aus fremden Näpfen, meine Menschen wissen das auch und haben bei längeren Ausflügen immer ein sauberen Reisenapf dabei. Aber wie hätte ich den hierher bringen sollen? »Dass du so was trinken kannst!« Aber Maxi hechelte nur und dabei tropfte ihr die eklige Brühe noch aus dem Maul.
Es half ja nichts. Nun waren wir einmal hier und durstig oder nicht, wir mussten das Auto finden. Es war noch früh für eine Vorstellung und der ganze Platz war menschenleer.
Trotzdem hielten wir uns im Schatten der Wagen und Zelte auf, um nicht erwischt zu werden. Mir war das auch ganz recht, denn die Sonne branntesau- ziemlich heiß auf mein schwarzes Fell und meine Kehle war ganz trocken.
Als wird den Platz schon fast umrundet hatten, blieb Maxi plötzlich stehen. »Vorsicht!«, flüsterte sie. »Da vorn ist ein Hund.«
Und kaum hatte sie es ausgesprochen, fing der Kerl auch schon an zu schimpfen. Was wir hier wollten, und er würde uns das Fell über die Ohren ziehen,schrie brüllte er und dazu noch ziemlich viele Worte, die ich noch niemals zuvor gehört hatte. Ich wusste nicht, was sie bedeuteten, aber auf jeden Fall klangen sie grob und ich wollte schon umkehren.
»Keine Angst, er ist angebunden!« Maxi hatte sich bis zur Ecke des Wohnwagens geschlichen und gesehen, dass der Wüterich an einer Kette hing.
War ich froh. Er wog mindestens sechzig Kilo, war fast doppelt so groß wie wir und ziemlich massig. Trotzdem sah er aus, als hätte er sich das Fell bei einem noch größeren Hund geliehen. Es passte nicht und seine Ohren sahen an dem breiten Schädel lächerlich klein aus. Man sah ihm an, dass er schon einige Schlachten geschlagen hatte. An einem Ohr fehlte eine Ecke und sein Körper war mit haarlosen Narben übersäht.
»Schnauze!« Erschrocken sprang ich zurück. Da offenbarte sich eine ganz neue Seite meiner Freundin.
Der silberne Hund reagiert ebenfalls verstört. Er hörte sofort auf zu bellen und schnappte nach Luft. »Was hast du gesagt?« Seine Stimme klang wie vom Paten, wenn ernormal sprach nicht wie verrückt bellte.
»Du sollst still sein! Wir wollen nichts von dir.«
»Nein? Was schleicht ihr dann im Schatten herum und lasst euch nicht sehen?« Seine heisere Frage ließ mir die Haare zu Berge stehen.
Schnell wedelte ich freundlich mit meinem Schwanz. Er sollte um Gottes Willen nicht glauben, ich wäre streitsüchtig. Vorsichtshalber versuchte ich es bei der Befragung ebenfalls mit einer anderen Taktik. »Das ist Maxi und ich bin Gordon. Und wie heißt du, mein Freund?«, fragte ich vorsichtig ohne nur einen einzigen meiner schneeweißen Zähne zu zeigen. Sicher war sicher. Gerade war mir nämlich eingefallen, mit wem wir es hier zu tun hatten.
So einen Riesen hatte ich in einem Hundebuch gesehen und wenn mich nicht alles täuschte, dann stand ein echter Soldat vor uns. Früher waren sie es jedenfalls gewesen, und auch Kämpfer gegen Menschen und wilde Tiere in der Zirkusarena.
Der Kriegshund sah von rechts nach links und dann wieder zurück. Beinahe, als könne er nicht glauben, dass ich ihn gemeint hatte. Aber da war niemand außer ihm und er entspannte sich sichtbar. »Bello.«
Seine Antwort war so leise, dass ich ihn fast nicht verstanden hatte. Maxi begann zu kichern und schnell gab ich ihr einen Knuff mit der Schnauze. Menschen konnten so grausam sein. Schön war an diesem Hund wirklich überhaupt nichts.
»Bello.« Ich räusperte mich. »Vielleicht kannst du uns helfen. Wir suchen ein Auto.«
Er sah mich skeptisch an. »Hier? Warum geht ihr nicht weiter die Straße runter. Dort ist ein Händler.«
Maxi rollte mit den Augen. Aber ich wollte ihn nicht provozieren und vielleicht konnte er uns sogar helfen. Immerhin hatten seine Menschen ihn an eine Kette gebunden und da konnten sie nicht viel Solidarität erwarten, oder? Ich erklärte ihm also unsere Situation. »Und deshalb suchen wir dieses Auto.«
Er starrte mich nur an. Lange. Ohne ein Wort zu sagen. Ich hatte schon den Mund geöffnet, um die Sache noch einmal zu erklären, für den Fall, dass er mich nicht verstanden hatte. Da legte er sich in den Staub, hustete einmal und flüsterte heiser: »Ich kenne das Auto.«
Maxi wurde ganz aufgeregt. »Wirklich? Wem gehört es?«
»Keine Ahnung, wie der Mensch heißt. Aber er kommt jeden Tag so um dieselbe Zeit.«
»Welche Zeit?«, fragte ich verwirrt.
»Jetzt!«, rief Maxi und sprang los.
Ich konnte sie gerade noch rechtzeitig am Schwanz erwischen. »Au!« Sie drehte sich nach mir um. »Was soll ...?« Dann begriff sie und kam zurück in den Schatten.
Inzwischen hatte Bello sich wieder auf seine riesigen Tatzen gequält und zu dritt beobachteten wir stumm wie der Wagen mit den übergroßen Hundeköpfen am Circus-Zelt vorbei in den Schatten unter den Linden rollte.
Wir suchen jetzt also ein großes schwarzes Auto mit Hundeköpfen drauf. Möchte wetten, das sind irgendwelche Retriever. Wo man hinsieht -- nur noch Retriever. Früher, sagt Mama, waren die wenigstens noch golden. Aber jetzt sehen sie aus, wie eine Rolle Schokoladendrops. Dabei ist Schokolade für Hunde giftig.
Wie komme ich jetzt darauf? Egal. Ich habe jedenfalls keine Angst. Und außerdem kenne ich eine Menge Jäger, wenn ich will, dann brennen die dem Schafsretriever eine Ladung Schrot auf den A...
Später
Circus. Ich mag keine Clowns, vor Affen habe ich Angst und Löwen sind mir eine Nummer zu groß. Katzentechnisch gesehen, wenn ihr versteht, was ich meine. Und die Gerüche -- einfach grauenhaft.
Aber Maxi meint, wir müssten dem Hinweis nachgehen, den
Nun ist das aber gar nicht so einfach. Ein paar Minuten zum Schafsgatter laufen, das geht schon mal, ohne dass unsere Menschen etwas mitbekommen. Doch zum Circus-Platz oben am Wald läuft man bestimmt einen halben Spaziergang. Das ist dann ein ganzer Spaziergang hin und zurück. Natürlich sind wir schneller, als mit Mensch an der Leine, aber weit bleibt weit.
Und darum hat es auch eine Weile gedauert, bis sich die Gelegenheit zum Ausflug geboten hat. Dort angekommen, brauchte ich erst einmal Wasser. Maxi hat schließlich einen Eimer entdeckt und sofort daraus gesoffen. Als ich meinen Kopf anschließend hineingesteckte, wurde mir ganz schlecht. Es roch so sehr nach Esel, dass ich keinen Schluck herunterbekam.
Ich trinke nie aus fremden Näpfen, meine Menschen wissen das auch und haben bei längeren Ausflügen immer ein sauberen Reisenapf dabei. Aber wie hätte ich den hierher bringen sollen? »Dass du so was trinken kannst!« Aber Maxi hechelte nur und dabei tropfte ihr die eklige Brühe noch aus dem Maul.
Es half ja nichts. Nun waren wir einmal hier und durstig oder nicht, wir mussten das Auto finden. Es war noch früh für eine Vorstellung und der ganze Platz war menschenleer.
Trotzdem hielten wir uns im Schatten der Wagen und Zelte auf, um nicht erwischt zu werden. Mir war das auch ganz recht, denn die Sonne brannte
Als wird den Platz schon fast umrundet hatten, blieb Maxi plötzlich stehen. »Vorsicht!«, flüsterte sie. »Da vorn ist ein Hund.«
Und kaum hatte sie es ausgesprochen, fing der Kerl auch schon an zu schimpfen. Was wir hier wollten, und er würde uns das Fell über die Ohren ziehen,
»Keine Angst, er ist angebunden!« Maxi hatte sich bis zur Ecke des Wohnwagens geschlichen und gesehen, dass der Wüterich an einer Kette hing.
War ich froh. Er wog mindestens sechzig Kilo, war fast doppelt so groß wie wir und ziemlich massig. Trotzdem sah er aus, als hätte er sich das Fell bei einem noch größeren Hund geliehen. Es passte nicht und seine Ohren sahen an dem breiten Schädel lächerlich klein aus. Man sah ihm an, dass er schon einige Schlachten geschlagen hatte. An einem Ohr fehlte eine Ecke und sein Körper war mit haarlosen Narben übersäht.
»Schnauze!« Erschrocken sprang ich zurück. Da offenbarte sich eine ganz neue Seite meiner Freundin.
Der silberne Hund reagiert ebenfalls verstört. Er hörte sofort auf zu bellen und schnappte nach Luft. »Was hast du gesagt?« Seine Stimme klang wie vom Paten, wenn er
»Du sollst still sein! Wir wollen nichts von dir.«
»Nein? Was schleicht ihr dann im Schatten herum und lasst euch nicht sehen?« Seine heisere Frage ließ mir die Haare zu Berge stehen.
Schnell wedelte ich freundlich mit meinem Schwanz. Er sollte um Gottes Willen nicht glauben, ich wäre streitsüchtig. Vorsichtshalber versuchte ich es bei der Befragung ebenfalls mit einer anderen Taktik. »Das ist Maxi und ich bin Gordon. Und wie heißt du, mein Freund?«, fragte ich vorsichtig ohne nur einen einzigen meiner schneeweißen Zähne zu zeigen. Sicher war sicher. Gerade war mir nämlich eingefallen, mit wem wir es hier zu tun hatten.
So einen Riesen hatte ich in einem Hundebuch gesehen und wenn mich nicht alles täuschte, dann stand ein echter Soldat vor uns. Früher waren sie es jedenfalls gewesen, und auch Kämpfer gegen Menschen und wilde Tiere in der Zirkusarena.
Der Kriegshund sah von rechts nach links und dann wieder zurück. Beinahe, als könne er nicht glauben, dass ich ihn gemeint hatte. Aber da war niemand außer ihm und er entspannte sich sichtbar. »Bello.«
Seine Antwort war so leise, dass ich ihn fast nicht verstanden hatte. Maxi begann zu kichern und schnell gab ich ihr einen Knuff mit der Schnauze. Menschen konnten so grausam sein. Schön war an diesem Hund wirklich überhaupt nichts.
»Bello.« Ich räusperte mich. »Vielleicht kannst du uns helfen. Wir suchen ein Auto.«
Er sah mich skeptisch an. »Hier? Warum geht ihr nicht weiter die Straße runter. Dort ist ein Händler.«
Maxi rollte mit den Augen. Aber ich wollte ihn nicht provozieren und vielleicht konnte er uns sogar helfen. Immerhin hatten seine Menschen ihn an eine Kette gebunden und da konnten sie nicht viel Solidarität erwarten, oder? Ich erklärte ihm also unsere Situation. »Und deshalb suchen wir dieses Auto.«
Er starrte mich nur an. Lange. Ohne ein Wort zu sagen. Ich hatte schon den Mund geöffnet, um die Sache noch einmal zu erklären, für den Fall, dass er mich nicht verstanden hatte. Da legte er sich in den Staub, hustete einmal und flüsterte heiser: »Ich kenne das Auto.«
Maxi wurde ganz aufgeregt. »Wirklich? Wem gehört es?«
»Keine Ahnung, wie der Mensch heißt. Aber er kommt jeden Tag so um dieselbe Zeit.«
»Welche Zeit?«, fragte ich verwirrt.
»Jetzt!«, rief Maxi und sprang los.
Ich konnte sie gerade noch rechtzeitig am Schwanz erwischen. »Au!« Sie drehte sich nach mir um. »Was soll ...?« Dann begriff sie und kam zurück
Inzwischen hatte Bello sich wieder auf seine riesigen Tatzen gequält und zu dritt beobachteten wir stumm wie der Wagen mit den übergroßen Hundeköpfen am Circus-Zelt vorbei in den Schatten unter den Linden rollte.
Darklady - 23. Nov, 23:00























